Mit chronischen Erkrankungen sicher verreisen: Gut vorbereitet in die Ferien

Eine chronische Erkrankung bedeutet nicht automatisch, auf Reisen verzichten zu müssen. Ob Herz-Kreislauf-Erkrankung, Diabetes, Asthma oder eine andere langfristige gesundheitliche Einschränkung: Mit der richtigen Vorbereitung können viele Patientinnen und Patienten ihre Ferien sicher und entspannt geniessen.

Wichtig ist vor allem, gesundheitliche Bedürfnisse bereits vor der Abreise zu berücksichtigen. Medikamente, medizinische Unterlagen und ein Plan für unerwartete Situationen gehören dabei ebenso zur Reisevorbereitung wie Flugtickets und Gepäck.

Die folgenden fünf Punkte helfen Ihnen, gut vorbereitet zu starten.

1. Medikamente frühzeitig vorbereiten

Benötigte Medikamente sollten nicht erst am Abend vor der Abreise zusammengesucht werden. Prüfen Sie frühzeitig, ob Ihre Vorräte für die gesamte Reisedauer ausreichen.

Planen Sie nach Möglichkeit eine kleine Reserve ein – etwa für den Fall einer Flugverspätung, einer ungeplanten Verlängerung des Aufenthalts oder eines verlorenen Gepäckstücks.

Bei Flugreisen gehören wichtige Medikamente grundsätzlich ins Handgepäck. Einige Arzneimittel müssen zudem bei bestimmten Temperaturen gelagert werden. Klären Sie deshalb vorab, wie Insulin, Injektionen oder andere temperaturempfindliche Präparate während der Reise korrekt transportiert werden können.

Für bestimmte Medikamente, Spritzen oder grössere Mengen kann ausserdem eine ärztliche Bescheinigung für die Reise sinnvoll oder erforderlich sein.

2. Eine aktuelle Medikamentenliste mitnehmen

Eine vollständige Medikamentenliste kann im Notfall ausgesprochen hilfreich sein – insbesondere bei Reisen ins Ausland.

Die Liste sollte neben dem Namen des Medikaments möglichst auch den Wirkstoff, die Dosierung und den Einnahmezeitpunkt enthalten. Die Angabe des Wirkstoffs ist besonders wichtig, da Medikamente in anderen Ländern unter anderen Handelsnamen erhältlich sein können.

Bei komplexeren Erkrankungen empfiehlt es sich zusätzlich, wichtige medizinische Informationen oder einen kurzen Arztbericht mitzuführen. Eine englische Version kann bei internationalen Reisen hilfreich sein.

Bewahren Sie die Informationen sowohl auf Papier als auch digital auf, damit sie auch bei Verlust des Smartphones oder Gepäcks verfügbar bleiben.

3. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Lange Autofahrten, Flugreisen und hohe Temperaturen können den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich belasten.

Besonders ältere Menschen sowie Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen sollten deshalb darauf achten, regelmässig zu trinken. Gleichzeitig gilt: Mehr ist nicht automatisch besser.

Bei Herz- oder Nierenerkrankungen kann beispielsweise eine individuell festgelegte Flüssigkeitsmenge notwendig sein. In diesem Fall sollten die ärztlichen Empfehlungen auch während der Ferien eingehalten werden.

Bei Reisen in warme Regionen können Hitze und Flüssigkeitsverlust ausserdem die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen.

4. Notfallkontakte griffbereit halten

Was passiert, wenn während der Reise plötzlich medizinische Hilfe benötigt wird?

Speichern Sie wichtige Telefonnummern nicht nur im Smartphone, sondern führen Sie sie zusätzlich schriftlich mit sich. Dazu können gehören:

  • Kontakt der behandelnden Arztpraxis
  • Kontakt einer nahestehenden Person
  • Versicherungs- und Notfallinformationen
  • relevante medizinische Informationen
  • Notrufnummer des Reiselandes

Informieren Sie sich vor der Abreise ausserdem darüber, wo sich am Reiseziel die nächste geeignete medizinische Einrichtung befindet.

Gerade bei bekannten Herz-Kreislauf-, neurologischen oder anderen Erkrankungen kann diese kleine Vorbereitung im Ernstfall wertvolle Zeit sparen.

5. Vor der Reise ärztlichen Rat einholen

Nicht jede chronische Erkrankung erfordert vor jeder Reise einen Arzttermin. Bei Unsicherheit, einer kürzlich veränderten Therapie, neuen Beschwerden oder einer anspruchsvollen Reise ist eine vorherige medizinische Beratung jedoch sinnvoll.

Dabei können beispielsweise folgende Fragen geklärt werden:

Bin ich für die geplante Reise gesundheitlich ausreichend stabil? Müssen Medikamente angepasst werden? Was muss bei Zeitverschiebungen beachtet werden? Sind Impfungen erforderlich? Gibt es besondere Risiken bei Flugreisen, Hitze oder Höhenlagen?

Besonders bei längeren Flugreisen können zusätzliche Vorsichtsmassnahmen relevant sein – beispielsweise bei erhöhtem Thromboserisiko oder bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auch das Reiseziel spielt eine Rolle

Eine Woche in einer europäischen Stadt stellt andere Anforderungen als eine Fernreise in ein tropisches Gebiet.

Klima, Höhenlage, medizinische Versorgung vor Ort, Zeitverschiebung und Reisedauer sollten deshalb Teil der Planung sein. Auch die Einreisebestimmungen für bestimmte Medikamente können sich von Land zu Land unterscheiden.

Wer chronisch erkrankt ist, sollte daher nicht nur überlegen, was ins Gepäck gehört, sondern auch, welche gesundheitlichen Herausforderungen am jeweiligen Reiseziel auftreten könnten.

Gute Vorbereitung schafft Sicherheit

Eine chronische Erkrankung muss dem Reisen nicht im Weg stehen. Entscheidend ist, die eigenen gesundheitlichen Bedürfnisse nicht erst dann zu berücksichtigen, wenn ein Problem auftritt.

Medikamente rechtzeitig organisieren, wichtige medizinische Informationen mitnehmen, Notfallkontakte vorbereiten und offene Fragen vor der Abreise ärztlich klären – bereits diese einfachen Schritte können für deutlich mehr Sicherheit sorgen.

Gut vorbereitet können Sie sich auf das konzentrieren, worum es in den Ferien eigentlich gehen sollte: neue Eindrücke, Erholung und eine möglichst unbeschwerte Zeit.

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