PCOS Awareness Month: Wenn Hormone aus dem Gleichgewicht geraten

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) gehört zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter. Dennoch bleibt PCOS bei vielen Betroffenen über längere Zeit unerkannt. Der Grund: Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und werden nicht immer sofort mit einer hormonellen Ursache in Verbindung gebracht.

Der PCOS Awareness Month im September bietet deshalb eine wichtige Gelegenheit, Aufmerksamkeit für die Erkrankung zu schaffen und Frauen zu ermutigen, Veränderungen ihres Zyklus und andere mögliche Symptome ernst zu nehmen.

Was ist PCOS?

PCOS ist eine komplexe hormonelle Erkrankung, bei der unter anderem die Regulation der weiblichen Geschlechtshormone und des Stoffwechsels verändert sein kann.

Entgegen einer verbreiteten Annahme bedeutet die Diagnose PCOS nicht automatisch, dass tatsächlich viele Zysten an den Eierstöcken vorhanden sein müssen. Das Erscheinungsbild der Erkrankung ist vielfältig und kann sich im Laufe des Lebens verändern.

Zu den möglichen Merkmalen gehören Störungen des Menstruationszyklus, erhöhte Konzentrationen beziehungsweise Wirkungen männlicher Geschlechtshormone sowie charakteristische Veränderungen an den Eierstöcken.

Welche Symptome können auf PCOS hinweisen?

PCOS zeigt sich nicht bei jeder Frau gleich. Während einige Betroffene deutliche Beschwerden wahrnehmen, sind die Symptome bei anderen weniger ausgeprägt.

Mögliche Anzeichen sind:

  • unregelmässige, seltene oder ausbleibende Menstruationsblutungen
  • Akne oder fettige Haut
  • verstärkte Körper- oder Gesichtsbehaarung
  • dünner werdendes Kopfhaar
  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden
  • Veränderungen des Stoffwechsels

Ein einzelnes dieser Symptome bedeutet jedoch nicht automatisch, dass PCOS vorliegt. Andere hormonelle oder medizinische Ursachen können ähnliche Beschwerden hervorrufen. Eine fachärztliche Abklärung ist deshalb entscheidend.

PCOS und Kinderwunsch

PCOS kann den Eisprung beeinflussen. Dadurch kann es bei manchen Frauen schwieriger werden, schwanger zu werden.

Die Diagnose PCOS bedeutet jedoch nicht automatisch Unfruchtbarkeit. Viele Frauen mit PCOS können schwanger werden – teilweise ohne, teilweise mit medizinischer Unterstützung.

Bei bestehendem Kinderwunsch kann eine frühzeitige gynäkologische Beratung helfen, die individuelle Situation zu beurteilen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.

Mehr als eine Zyklusstörung

PCOS betrifft nicht ausschliesslich Menstruation und Fruchtbarkeit. Bei einem Teil der Betroffenen bestehen auch Veränderungen des Stoffwechsels, beispielsweise eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Insulin.

Langfristig können dadurch bestimmte gesundheitliche Risiken erhöht sein. Deshalb kann es sinnvoll sein, neben den gynäkologischen Beschwerden auch Faktoren wie Blutzucker, Blutdruck und weitere Stoffwechselwerte im Blick zu behalten.

PCOS sollte daher als Erkrankung betrachtet werden, die eine ganzheitliche und langfristige medizinische Betreuung erfordern kann.

Wie wird PCOS diagnostiziert?

Es gibt nicht den einen Test, der PCOS bei jeder Patientin eindeutig nachweist.

Die Diagnose basiert in der Regel auf verschiedenen Informationen. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch über Zyklus und Beschwerden, die körperliche und gynäkologische Untersuchung sowie je nach Situation Blutuntersuchungen und Ultraschall.

Gleichzeitig müssen andere mögliche Ursachen für hormonelle Veränderungen ausgeschlossen werden.

Gerade deshalb ist eine individuelle ärztliche Beurteilung wichtig: Nicht jede unregelmässige Menstruation ist PCOS – und nicht jede Frau mit PCOS zeigt dieselben Symptome.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Beschwerden, gesundheitlichen Risiken und persönlichen Lebenszielen.

Je nach Situation können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden:

Zyklusregulation: Bei unregelmässigen Menstruationszyklen können verschiedene medizinische Behandlungsmöglichkeiten infrage kommen.

Haut und Behaarung: Akne oder verstärkte Körperbehaarung können gezielt behandelt werden.

Stoffwechselgesundheit: Bei entsprechenden Veränderungen können Lebensstil und gegebenenfalls medizinische Therapien eine wichtige Rolle spielen.

Kinderwunsch: Wenn PCOS den Eisprung beeinträchtigt, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung der Fruchtbarkeit zur Verfügung.

Eine Therapie sollte deshalb nicht nach einem einheitlichen Schema erfolgen, sondern individuell auf die Patientin abgestimmt werden.

Wann ist eine gynäkologische Abklärung sinnvoll?

Eine ärztliche Beratung empfiehlt sich insbesondere dann, wenn der Menstruationszyklus über längere Zeit sehr unregelmässig ist oder Blutungen wiederholt ausbleiben.

Auch bei neu auftretender oder ausgeprägter Akne, verstärkter Behaarung, Veränderungen des Kopfhaares oder Schwierigkeiten beim Kinderwunsch kann eine gynäkologische beziehungsweise hormonelle Abklärung sinnvoll sein.

Dabei geht es nicht darum, hinter jedem Symptom sofort eine Erkrankung zu vermuten. Vielmehr ermöglicht eine frühzeitige Untersuchung, mögliche Ursachen zu erkennen und bei Bedarf gezielt zu behandeln.

PCOS Awareness Month: Wissen schafft Klarheit

PCOS ist häufig – aber nicht bei jeder Frau gleich.

Mehr Wissen über die möglichen Anzeichen kann dazu beitragen, dass Betroffene ihre Beschwerden früher einordnen und medizinische Unterstützung suchen. Eine fundierte Diagnose bildet anschliessend die Grundlage für eine Behandlung, die zur individuellen Lebenssituation und den persönlichen Bedürfnissen passt.

Unregelmässige Zyklen und hormonelle Veränderungen sollten nicht einfach hingenommen werden. Eine gynäkologische Abklärung kann Klarheit schaffen und dabei helfen, die eigene Gesundheit langfristig zu unterstützen.

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