Ein Sturz, ein Verkehrsunfall oder ein plötzlicher medizinischer Notfall: Situationen, in denen Erste Hilfe benötigt wird, können unerwartet und überall auftreten.
Am Welttag der Ersten Hilfe steht deshalb eine wichtige Botschaft im Mittelpunkt: Grundkenntnisse in Erster Hilfe gehen uns alle an.
Dabei müssen Ersthelfende keine medizinischen Fachpersonen sein. Entscheidend ist vielmehr, eine Notsituation zu erkennen, professionelle Hilfe zu alarmieren und einfache, geeignete Massnahmen einzuleiten.
Warum die ersten Minuten wichtig sind
Bei einem medizinischen Notfall kann sich der Zustand einer betroffenen Person innerhalb kurzer Zeit verändern. Bis professionelle Rettungskräfte eintreffen, können anwesende Personen deshalb eine wichtige Rolle übernehmen.
Unsicherheit oder die Angst, etwas falsch zu machen, können jedoch dazu führen, dass Menschen zögern. Ein Erste-Hilfe-Kurs und regelmässiges Auffrischen des eigenen Wissens können dabei helfen, in einer Ausnahmesituation strukturierter zu reagieren.
1. Zuerst auf die eigene Sicherheit achten
Bevor Erste Hilfe geleistet wird, sollte die Umgebung beurteilt werden.
Bestehen beispielsweise Gefahren durch den Strassenverkehr, Feuer, Strom oder andere Risiken, darf die eigene Sicherheit nicht ausser Acht gelassen werden. Zusätzliche verletzte Personen helfen niemandem.
Ist die Situation sicher, kann man sich der betroffenen Person nähern.
2. Reaktion und Atmung überprüfen
Ist die Person ansprechbar? Reagiert sie auf Ansprache? Atmet sie normal?
Diese ersten Beobachtungen helfen dabei, die Dringlichkeit der Situation einzuschätzen.
Eine bewusstlose Person benötigt besondere Aufmerksamkeit. Fehlt eine normale Atmung, handelt es sich um einen medizinischen Notfall, bei dem unverzüglich professionelle Hilfe alarmiert und mit Wiederbelebungsmassnahmen begonnen werden sollte.
3. Den Notruf alarmieren
In der Schweiz ist der Sanitätsnotruf unter 144 erreichbar.
Versuchen Sie, möglichst ruhig und deutlich zu erklären, wo sich der Notfall ereignet hat, was passiert ist, wie viele Personen betroffen sind und welchen Zustand Sie beobachten.
Beenden Sie das Gespräch nicht vorschnell. Die Mitarbeitenden der Notrufzentrale können weitere Fragen stellen und konkrete Anweisungen geben, was bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu tun ist.
4. Wiederbelebung und AED
Wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet, muss schnell gehandelt werden.
Nach der Alarmierung des Rettungsdienstes sollte entsprechend den Anweisungen der Notrufzentrale mit der Wiederbelebung begonnen werden.
Ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED) verfügbar, kann dieser eingesetzt werden. Das Gerät gibt klare Anweisungen und führt die helfende Person durch die notwendigen Schritte.
Praktisches Training in einem Erste-Hilfe-Kurs ist besonders wertvoll, um diese Massnahmen kennenzulernen und im Ernstfall sicherer anwenden zu können.
5. Bei der betroffenen Person bleiben
Auch wenn keine Wiederbelebung notwendig ist, sollte eine erkrankte oder verletzte Person nach Möglichkeit nicht allein gelassen werden.
Beobachten Sie Veränderungen ihres Zustands, beruhigen Sie sie und folgen Sie den Anweisungen der Notrufzentrale.
Erste-Hilfe-Wissen regelmässig auffrischen
Viele Menschen haben irgendwann einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Liegt dieser jedoch mehrere Jahre zurück, können wichtige Abläufe in Vergessenheit geraten.
Regelmässige Auffrischungskurse helfen dabei, Wissen zu aktualisieren und praktische Handgriffe erneut zu trainieren.
Auch der Standort von AED-Geräten am Arbeitsplatz, in Sportanlagen oder öffentlichen Einrichtungen sollte bekannt sein.
Erste Hilfe beginnt mit Handlungsbereitschaft
Der Welttag der Ersten Hilfe erinnert uns daran, dass medizinische Notfälle nicht nur Fachpersonen betreffen.
Erste Hilfe beginnt dort, wo jemand eine Notsituation erkennt und bereit ist, Unterstützung zu holen und zu helfen.
Erkennen. Alarmieren. Helfen.
Grundlegendes Wissen und regelmässiges Training können dazu beitragen, im entscheidenden Moment nicht nur zuzusehen, sondern angemessen zu handeln.