Mit sinkenden Temperaturen beginnt jedes Jahr wieder die Saison der Atemwegsinfektionen. Neben gewöhnlichen Erkältungen spielt dabei auch die echte Grippe – die Influenza – eine wichtige Rolle.
Eine Influenza ist nicht einfach eine stärkere Erkältung. Insbesondere bei Menschen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko kann sie zu Komplikationen und schweren Krankheitsverläufen führen. In der Schweiz wird deshalb bestimmten Personengruppen eine jährliche Grippeimpfung empfohlen. Für die Saison 2026 bleiben die Empfehlungen gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Wann sollte man sich gegen Grippe impfen lassen?
Nach den aktuellen Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit beginnt der empfohlene Zeitraum für die Grippeimpfung ab Mitte Oktober und dauert bis zum Beginn der Grippewelle.
Das ist bewusst so gewählt: Die Impfung soll rechtzeitig vor der Phase erfolgen, in der Influenzaviren besonders stark zirkulieren. In der Schweiz wird die Grippewelle üblicherweise zwischen Mitte Dezember und Mitte März erwartet.
Wer den empfohlenen Zeitraum verpasst hat, sollte allerdings nicht automatisch davon ausgehen, dass eine Impfung keinen Sinn mehr hat. Je nach Zeitpunkt und individueller Situation kann sie auch später noch sinnvoll sein.
Für wen wird die Grippeimpfung besonders empfohlen?
Nicht alle Menschen haben bei einer Influenza dasselbe Risiko für Komplikationen.
In der Schweiz wird die saisonale Grippeimpfung insbesondere Personen ab 65 Jahren empfohlen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen schweren Verlauf.
Zur Gruppe mit erhöhtem Komplikationsrisiko gehören ausserdem Schwangere sowie Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen. Dazu zählen beispielsweise Erkrankungen des Herzens oder der Lunge, bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen sowie Erkrankungen oder Therapien, die das Immunsystem beeinträchtigen.
Für bestimmte frühgeborene Kinder besteht ebenfalls eine Impfempfehlung. Welche Empfehlung im Einzelfall gilt, sollte mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.
Warum können auch Kontaktpersonen eine wichtige Rolle spielen?
Die Grippeimpfung dient nicht ausschliesslich dem persönlichen Schutz.
Das BAG empfiehlt sie auch Menschen, die regelmässig engen Kontakt mit Personen haben, bei denen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. Dazu können beispielsweise nahe Angehörige, Betreuungspersonen und Gesundheitsfachpersonen gehören.
Damit erhält die Prävention eine zusätzliche Bedeutung: Sie soll besonders gefährdete Menschen nicht nur direkt, sondern auch in ihrem persönlichen Umfeld besser schützen.
Warum muss die Grippeimpfung jedes Jahr erneuert werden?
Influenzaviren verändern sich. Deshalb werden die Impfstoffe regelmässig an die Viren angepasst, deren Zirkulation für die kommende Saison erwartet wird. Aus diesem Grund wird die saisonale Grippeimpfung jährlich neu durchgeführt.
Eine Impfung aus dem vergangenen Winter ersetzt daher nicht automatisch die Impfung für die aktuelle Saison.
Schützt die Grippeimpfung auch vor Erkältungen?
Nein. Dieser Unterschied ist gerade während der Erkältungssaison wichtig.
Die Grippeimpfung richtet sich gegen Influenza. Sie schützt nicht vor den zahlreichen anderen Viren, die gewöhnliche Erkältungen verursachen. Auch gegen Covid-19 bietet die Grippeimpfung keinen Schutz.
Wer trotz Grippeimpfung im Winter einen Schnupfen oder einen anderen Atemwegsinfekt bekommt, sollte daraus deshalb nicht schliessen, dass die Impfung „nicht funktioniert“ hat.
Grippeimpfung und Covid-19-Impfung
Nach den aktuellen Schweizer Empfehlungen kann eine Grippeimpfung gleichzeitig mit, vor oder nach einer Covid-19-Impfung durchgeführt werden.
Ob beide Impfungen für eine Person empfohlen sind, hängt jedoch von den jeweils geltenden Empfehlungen und dem individuellen gesundheitlichen Risiko ab.
Besonders wichtig bei chronischen Erkrankungen
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen kann eine Influenza eine zusätzliche Belastung darstellen.
Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen, Diabetes oder einer beeinträchtigten Immunabwehr ist es deshalb sinnvoll, den persönlichen Impfschutz im Herbst mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu besprechen. Diese Erkrankungen gehören zu den vom BAG aufgeführten Situationen mit erhöhtem Komplikationsrisiko.
Dabei kann gleichzeitig überprüft werden, ob weitere Impfungen oder Vorsorgemassnahmen aufgrund von Alter, Vorerkrankungen oder persönlicher Situation relevant sind.
Herbst ist Impfzeit – aber die Entscheidung bleibt individuell
Die Grippeimpfung ist eine wichtige Präventionsmassnahme, insbesondere für Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf.
Ab Mitte Oktober beginnt in der Schweiz der empfohlene Zeitraum für die saisonale Grippeimpfung. Wer zu einer Risikogruppe gehört oder regelmässig engen Kontakt mit besonders gefährdeten Menschen hat, sollte deshalb rechtzeitig prüfen, ob die Impfung für die aktuelle Saison empfohlen ist.
Die Hausärztin oder der Hausarzt kann dabei das persönliche Risiko, bestehende Erkrankungen und den aktuellen Impfstatus berücksichtigen und individuell beraten.