Welttag der Patientensicherheit: Warum sichere Medizin mit guter Kommunikation beginnt

Patientinnen und Patienten vertrauen darauf, dass medizinische Entscheidungen sorgfältig getroffen, Informationen korrekt weitergegeben und Behandlungen sicher durchgeführt werden. Patientensicherheit ist deshalb kein einzelner Schritt, sondern ein grundlegender Bestandteil jeder medizinischen Betreuung.

Der Welttag der Patientensicherheit am 17. September macht weltweit darauf aufmerksam, wie wichtig sichere Strukturen, klare Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Patient:innen und medizinischen Fachpersonen sind.

Was bedeutet Patientensicherheit?

Patientensicherheit umfasst Massnahmen und Strukturen, die dazu beitragen, vermeidbare Risiken während einer medizinischen Behandlung möglichst gering zu halten.

Das betrifft nahezu jeden Bereich der Versorgung: von der korrekten Diagnose und Medikamenteneinnahme über Untersuchungen und Behandlungen bis zur Weitergabe medizinischer Informationen zwischen verschiedenen Fachpersonen.

Besonders wichtig wird dies, wenn mehrere Erkrankungen gleichzeitig behandelt werden, verschiedene Medikamente eingenommen werden oder mehrere medizinische Fachbereiche beteiligt sind.

Gute Kommunikation ist ein Sicherheitsfaktor

Ein ausführliches und verständliches Gespräch ist weit mehr als ein angenehmer Bestandteil eines Arztbesuchs.

Informationen über bestehende Erkrankungen, Allergien, Medikamente, frühere Behandlungen oder neu aufgetretene Beschwerden können für medizinische Entscheidungen entscheidend sein.

Gleichzeitig sollten Patientinnen und Patienten verstehen können, warum eine Untersuchung durchgeführt, ein Medikament verschrieben oder eine bestimmte Behandlung empfohlen wird.

Wer etwas nicht versteht, sollte nachfragen dürfen. Gute Medizin schafft Raum für diese Fragen.

Medikamente: Den Überblick behalten

Medikamentensicherheit ist ein wichtiger Bestandteil der Patientensicherheit.

Besonders bei mehreren gleichzeitig eingenommenen Medikamenten ist ein aktueller Überblick wichtig. Neben verschreibungspflichtigen Arzneimitteln sollten dabei auch frei verkäufliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel berücksichtigt werden.

Eine aktuelle Medikamentenliste kann sowohl bei regulären Arztterminen als auch in unerwarteten medizinischen Situationen hilfreich sein.

Ändert sich eine Therapie oder kommt ein neues Medikament hinzu, sollte zudem geprüft werden, ob Dosierungen weiterhin stimmen und mögliche Wechselwirkungen berücksichtigt wurden.

Wenn mehrere Fachpersonen beteiligt sind

Moderne Medizin ist zunehmend spezialisiert. Patientinnen und Patienten werden deshalb häufig von verschiedenen Ärztinnen, Ärzten und weiteren Gesundheitsfachpersonen betreut.

Damit daraus eine sichere Gesamtbehandlung entsteht, müssen relevante Informationen verfügbar sein und sinnvoll zusammengeführt werden.

Hier kann insbesondere die hausärztliche Betreuung eine wichtige koordinierende Funktion übernehmen. Sie ermöglicht einen langfristigen Überblick über Diagnosen, Medikamente, Untersuchungsergebnisse und fachärztliche Empfehlungen.

Patient:innen können aktiv zur Sicherheit beitragen

Patientensicherheit ist nicht allein Aufgabe medizinischer Fachpersonen. Auch Patientinnen und Patienten können einen wichtigen Beitrag leisten.

Hilfreich ist beispielsweise, eine aktuelle Medikamentenliste mitzuführen, bekannte Allergien mitzuteilen und Veränderungen des Gesundheitszustands offen anzusprechen.

Auch Fragen sind ausdrücklich erlaubt: Warum benötige ich dieses Medikament? Wie soll ich es einnehmen? Welche Nebenwirkungen sollte ich kennen? Was passiert als Nächstes?

Gut informierte Patient:innen können ihre Behandlung besser nachvollziehen und gemeinsam mit den behandelnden Fachpersonen Entscheidungen treffen.

Kontinuität schafft Sicherheit

Besonders bei chronischen Erkrankungen oder komplexeren gesundheitlichen Situationen ist medizinische Betreuung häufig ein langfristiger Prozess.

Regelmässige Kontrollen ermöglichen es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, Behandlungen anzupassen und neue medizinische Informationen in die bestehende Therapie einzubeziehen.

Eine kontinuierliche Arzt-Patienten-Beziehung kann dabei helfen, die persönliche Krankengeschichte und individuelle Bedürfnisse langfristig im Blick zu behalten.

Sicherheit entsteht gemeinsam

Patientensicherheit bedeutet nicht, dass Medizin vollkommen frei von Risiken sein kann. Vielmehr geht es darum, vermeidbare Risiken systematisch zu reduzieren und eine Kultur zu schaffen, in der Aufmerksamkeit, Transparenz und Kommunikation selbstverständlich sind.

Der Welttag der Patientensicherheit erinnert daran, dass sichere medizinische Versorgung durch viele kleine und grosse Massnahmen entsteht – vom ersten Gespräch bis zur langfristigen Betreuung.

Gute Kommunikation. Klare Abläufe. Gemeinsame Verantwortung. Für eine Medizin, bei der Sicherheit an erster Stelle steht.

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