Erkältung oder Grippe? So erkennen Sie typische Unterschiede

Husten, Halsschmerzen, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein: Gerade in der kälteren Jahreszeit gehören Atemwegsinfektionen für viele Menschen zum Alltag. Doch handelt es sich um eine gewöhnliche Erkältung oder um eine echte Grippe?

Die Beschwerden können sich ähneln und eine eindeutige Unterscheidung ist anhand einzelner Symptome nicht immer möglich. Dennoch gibt es typische Merkmale, die eine erste Orientierung geben können.

Erkältung und Grippe sind nicht dasselbe

Eine Erkältung wird durch verschiedene Viren verursacht und betrifft häufig vor allem die oberen Atemwege. Sie beginnt meist eher schleichend und verläuft bei ansonsten gesunden Menschen häufig mild.

Die Grippe – medizinisch Influenza – wird dagegen durch Influenzaviren verursacht. Sie kann deutlich stärker verlaufen und beginnt typischerweise plötzlich.

Wichtig ist: Nicht jeder starke Infekt ist automatisch eine Grippe und nicht jede Influenza zeigt alle klassischen Symptome.

Wie beginnt eine Erkältung?

Bei einer Erkältung entwickeln sich die Beschwerden häufig über einen gewissen Zeitraum. Zu Beginn kann beispielsweise ein Kratzen im Hals auftreten, später kommen Schnupfen oder Husten hinzu.

Typisch können sein:

  • Schnupfen oder eine verstopfte Nase
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Heiserkeit
  • leichtes allgemeines Unwohlsein
  • Müdigkeit

Fieber kann vorkommen, steht bei einer gewöhnlichen Erkältung bei Erwachsenen jedoch häufig weniger im Vordergrund.

Wie macht sich eine Grippe bemerkbar?

Eine Influenza beginnt häufig deutlich schneller. Betroffene können sich innerhalb kurzer Zeit ausgesprochen krank fühlen.

Mögliche Beschwerden sind:

  • plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • trockener Husten
  • Halsschmerzen

Insbesondere der oft abrupte Beginn und das ausgeprägte allgemeine Krankheitsgefühl können Hinweise auf eine Influenza sein.

Erkältung oder Grippe: Die typischen Unterschiede

Als einfache Orientierung lässt sich sagen: Eine Erkältung beginnt häufig langsamer und milder, während eine Influenza eher plötzlich und intensiver auftreten kann.

Allerdings gibt es keine feste Symptomkombination, mit der Betroffene zu Hause zuverlässig zwischen beiden Erkrankungen unterscheiden können. Symptome können sich überschneiden, unterschiedlich stark ausgeprägt sein oder bei einzelnen Menschen ganz fehlen.

Auch andere Atemwegsinfektionen können ähnliche Beschwerden verursachen.

Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?

Viele unkomplizierte Atemwegsinfektionen klingen mit der Zeit von selbst wieder ab. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Beurteilung sinnvoll ist.

Dazu gehören beispielsweise Beschwerden, die ungewöhnlich stark sind, sich nach anfänglicher Besserung wieder deutlich verschlechtern oder über längere Zeit bestehen bleiben.

Besondere Aufmerksamkeit ist auch bei Menschen sinnvoll, die aufgrund ihres Alters, einer Schwangerschaft, bestimmter chronischer Erkrankungen oder eines geschwächten Immunsystems ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben können.

Bei Atemnot, ausgeprägten Kreislaufproblemen oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte zeitnah medizinische Hilfe gesucht werden.

Was kann ich bei einem Atemwegsinfekt selbst tun?

Bei einem unkomplizierten Infekt können einige grundlegende Massnahmen die Erholung unterstützen.

Ausreichend Ruhe und Schlaf geben dem Körper Zeit zur Regeneration. Ebenso sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, sofern aus medizinischen Gründen keine Einschränkungen bestehen.

Wer krank ist, sollte ausserdem Rücksicht auf andere nehmen. Gute Handhygiene, regelmässiges Lüften und Abstand zu besonders gefährdeten Personen können helfen, die Weitergabe von Atemwegsviren zu reduzieren.

Medikamente gegen einzelne Beschwerden sollten entsprechend ihrer vorgesehenen Anwendung eingesetzt werden. Bei bestehenden Erkrankungen, regelmässiger Medikamenteneinnahme oder Unsicherheiten kann eine Rücksprache mit einer Ärztin, einem Arzt oder der Apotheke sinnvoll sein.

Welche Rolle spielt die Grippeimpfung?

Die saisonale Grippeimpfung dient der Prävention von Influenza. Sie verhindert nicht gewöhnliche Erkältungen, da diese durch andere Viren verursacht werden.

Ob und wann eine Grippeimpfung individuell empfohlen wird, hängt unter anderem von Alter, gesundheitlicher Situation und persönlichen Risikofaktoren ab. Besonders Menschen mit erhöhtem Risiko können die saisonale Impfempfehlung mit ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt besprechen.

Nicht jeder Infekt ist gleich

Erkältung und Grippe können ähnliche Symptome verursachen, unterscheiden sich aber häufig in Beginn und Intensität. Während eine Erkältung typischerweise schleichender und milder verläuft, kann eine Influenza plötzlich auftreten und das Allgemeinbefinden erheblich beeinträchtigen.

Entscheidend ist jedoch nicht, zu Hause möglichst sicher eine Diagnose zu stellen. Wichtiger ist es, den eigenen Gesundheitszustand aufmerksam zu beobachten und ungewöhnliche, starke oder anhaltende Beschwerden medizinisch abklären zu lassen.

Die Hausärztin oder der Hausarzt kann Symptome im Zusammenhang mit der persönlichen Krankengeschichte und bestehenden Risikofaktoren beurteilen und bei Bedarf weitere Untersuchungen oder eine geeignete Behandlung empfehlen.

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